Mittwoch, 22. Februar 2017

{Leserunde} ~ Gottfried Keller - Kleider machen Leute: Tag 3

Heute geht es mit einem etwas längeren Stück des Buches weiter. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und wir lernen Wenzel (den Schneider) ein wenig besser kennen.

Die Person(en)

Beginnen wir mit Wenzel Strapinski, unserem Protagonisten.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich ihn nun sympathisch finden soll, oder nicht.
Dass er die (hmmm... nennen wir es) Dummheit der anderen Leute ausnutzt ist schon schlau, aber ob ich das gut finden soll?
Er gibt sich ganz in seine Rolle und nimmt sich doch vor so schnell wie möglich wieder daraus wegzulaufen.
Der erste Eindruck war eigentlich der, dass Wenzel nicht wirklich betteln kann, da ihm sein Mantel zu lieb ist, aber die Art und Weise, wie er die Annahmen der Anderen einfach annimmt... 
Na ich weiß nicht. So richtig will sich bei mir keine Meinung dazu einstellen.

Nun zu den anderen Leuten. Dem Wirt, den "Edelmännern" und allen die noch dazugehören. Eine gewisse Naivität kann man ihnen definitiv nicht absprechen. Nur weil jemand gut gekleidet ist und sich gewählt auszudrücken weiß, ist er doch nicht gleich ein Graf. 
Das kann man glatt mit Versicherungsvertretern heutzutage vergleichen. (Auch wenn die einen mit Worten und weniger mit ihrem Aussehen um den Finger zu wickeln verstehen.)

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und ob ich es noch schaffe mir eine klare Meinung zu bilden.


Kommentare:

  1. Betteln will Wenzel definitiv nicht, aber ich denke nicht, dass er es wirklich freiwillig macht. Er hat höchstens einen schwachen Charakter und kann nicht für reinen Tisch sorgen. Zumindest in diesen Teilen fühlt er sich oft total überfordert, so kommt es zumindest für mich rüber.

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    1. Hmmm...
      Das ist glaube ich genau das, was mich so stört... Dieser schwache Charakter.
      Ich weiss nicht, ob ich es besser machen könnte, aber ich glaube immer ein bisschen an das Gute in den Menschen und hätte dann im Gasthaus vielleicht eher angeboten für mein Essen zu arbeiten und mir dann in dem Dorf vielleicht einen Namen als Schneider gemacht.

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    2. Ich bin da wohl etwas realistischer, nicht jeder schafft es, aufzustehen und für Klarheit zu sorgen. Schon gar nicht, wenn ein ganzes Dorf einem so bedrängt. Aber es stimmt schon, es hätte bestimmt genung Möglichkeiten gegeben, das Ganze zu klären (auch ohne einfach davonzulaufen).

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    3. Ich sag ja, ich wüsste nicht, ob ich es besser könnte, aber blöd find ich es trotzdem... Ich kann nicht mal genau erklären, warum mich das so sehr stört...

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    4. Vielleicht weil es nicht wirklich ethisch vertretbares Verhalten darstellt? Wie du bereits gesagt hast, er nutzt die Naivität der Dorfbewohner aus, ob er nun will oder nicht, und das fällt unter die Kategorie "nicht nett".

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